szmmctag

  • Mein erster Telefonanrufbeantworterspruch

    Ich weiß nicht warum, aber gerade musste ich an meinen ersten Anrufbeantworter Mitte der 90er denken. Es war natürlich Ehrensache, einen "dummen Spruch" als Ansage aufzuzeichnen. Mein erster war etwa wie folgt:

    *Peitschengeräusche*

    Hallo, hier spricht der devote Telefonsklave von XX. Mein Meister ist gerade beschäftigt. Wenn Sie eine Nachricht hinterlassen wollen, sprechen Sie bitte nach dem Kettenrasseln!

    *Kettenrasseln*

    Da - damals wie heute - jedoch die meisten eingehenden Anrufe von meiner Mutter kamen, war dieser Ansage aus Rücksicht nur ein kurzes Leben beschieden.

  • Coming Out Song

    Niedlich!

    via towleroad

  • Wir kochen heute: Buchstabensuppe

    Vor einigen Wochen wurde die Idee geboren, auch bei unserer Brötchengeberin, wie schon in einigen andern Firmen üblich, sogenannte "Ally-Karten" zu verteilen:

    Jeder neue Mitarbeiter und jede neue Mitarbeiterin soll in einem "Willkommenspaket" eine A6-Postkarte finden, mit einem Regenbogen-Logo und dem Text "I am and Ally" oder "Ich bin Unterstützer" oder so ähnlich, das am Arbeitsplatz ausgelegt oder aufgehängt werden kann, um die Solidarität mit LGBT*-Kollegen und -innen zum Ausdruck zu bringen.

    Auf der Rückseite soll ein Text mit den Zielen des Mitarbeiternetzwerks stehen.

    Soweit, so gut! Bis es dann ans Formulieren der Ziele ging. Inhaltlich waren wir uns schnell einig, auch dass es eine englische und eine deutsche Fassung geben sollte. Bei der deutschen Fassung gab und gibt es dann allerdings gesteigerten Diskussionsbedarf.

    "Pride", 2001 gegründet, ist ein Netzwerk für LGBTAFHIOPQU* Kollegen_innen und Unterstützer_innen.

    Unser Ziele sind:

    • Vernetzung von LGBTAFHIOPQU-Kolleg_innen und ihren Unterstützer_innen untereinander sowie zwischen den internen und externen LGBTAFHIOPQU -Netzwerken
    • Sensibilisierung aller Mitarbeiter_innen gegen diskriminierendes Verhalten gegenüber LGBTAFHIOPQU-Kolleg_innen, sowie Unterstützung der LGBTAFHIOPQU-Kolleg_innen im Falle von Konflikten
    • Unterstützung von LGBTAFHIOPQU -Kolleg_innen an Standorten, an denen durch gesellschaftliche oder rechtliche Rahmenbedingungen Offenheit am Arbeitsplatz nicht möglich ist
    • Steigerung von Produktivität und Kreativität durch eine von Vielfalt geprägten Arbeitsumgebung
    • Stärkung der Position als bevorzugte Arbeitgeberin

    Mehr Informationen ...

    * lesbische, schwule, bisexuelle, transidente, asexuelle, Fetschisten, Hijras, intersexuelle, omnisexuelle, pansexuelle, queere und Unsichere ( siehe http://de.wikipedia.org/wiki/LGBT )

    Zunächst stolperten wir Hals über Kopf ins Gender_Gap:

    Überall jedesmal "Mitarbeiter_innen" und "Kolleg_innen" kann man machen. Sieht aber halt scheiße aus, ist mühsam zu lesen, gar nicht auszusprechen, braucht viel mehr Platz (was eine kleinere Schrift notwendig macht), und birgt die Gefahr, bei der Zielgruppe (wohlgemerkt: nicht das "Gender"-Proseminar an der Uni Heidelberg, sondern alle Mitarbeitenden im Betrieb) statt Solidarität Heiterkeit und Kopfschütteln auszulösen.

    Aber das ist das kleinere Problem. Das größere ist die Buchstabensuppe!

    Ich habe in mehr als zehn Sprachen den Wikipedia-Eintrag überflogen, und nirgendwo scheint der Anspruch auf Inklusivität auch nur annähernd so hoch wie im Deutschen. Der Wiki-Eintrag ist überall "LGBT", es werden aber weitere Varianten mit zusätzlichen Buchstaben und/oder Sternchen erwähnt.

    Nur im Deutschen folgt einen riesige Tabelle mit vielen Buchstaben und ihren Haupt- und möglichen Nebenbedeutungen. Und irgendwer fühlt sich dann bestimmt immer noch nicht mitgemeint, auch wenn man alle wählt. Also, wenn ich "LGBTAFHIOPQU" meinen Hetero-Kollegen zeige, kommt bestimmt ein "Habt ihr sie noch alle???"

    Irgendwie ist das wie "Pokémon: Gotta catch them all!"

    Inzwischen neige ich immer mehr zu der salomonischen Lösung, ganz auf eine deutsche Version zu vezichten! Aber das ist zum Glück nicht meine Entscheidung!

    P.S. Wenn ihr auf "A", "O" und "P" besteht, bestehe ich auf "F"!
    P.P.S. Wir haben uns vorerst gütlich auf "LGBTIQA*" geeinigt.

  • Info: CSD Rhein-Neckar Orga-Team

    Wer ist eigentlich der CSD Rhein Neckar? Und wie funktioniert das eigentlich alles hinter den Kulissen?

    Du hast Ideen, Anregungen, Kritik oder möchtest vielleicht sogar mithelfen?
    Oder einfach nur in lustiger Runde etwas trinken?
    Das CSD-Orgateam trifft sich an jedem ersten Dienstag im Monat zum Stammtisch im Lellos, und Du bist herzlich eingeladen, den CSD Rhein-Neckar persönlich kennenzulernen.

    Wir freuen uns auf Dich
    Café lello
    berlinerstraße 17, 68161 Mannheim

  • R.

    R.s Profil war mir schon vor Jahren auf den "Blauen Seiten" aufgefallen: Da war kein Gesichtsbild, aber ein geiler Hintern in Jeans und Lederchaps. "Chaps" war auch Bestandteil seines Profilnamens. Wir haben wohl öfters gegenseitig unsere Profile angeklickt, aber es dauerte bis vor etwa drei Jahren, bis ich ihn dann doch mal angechattet habe. Nett und verbindlich wirkte er, aber sehr zurückhaltend.

    Irgendwann schickte er mir dann auch ein "Facepic", und ich war sehr angetan. Danach dauerte es noch eine Zeit bis wir uns tatsächlich mal trafen. Beim Quatschen auf dem Sofa wurde der Eindruck aus dem Chat bestätigt: Ein angenehmer, witziger Gesprächspartner, und dazu passte er auch noch äußerlich und mit seinen Vorlieben zu 100 Prozent in mein Beuteraster.

    Ich erinnere mich noch gut daran, wie mir erst mal das Herz in die Hose gerutscht ist, als wir anschließend zusammen im Spielzimmer verschwanden, und er, wie ich später scherzhaft sagte, der größten Schwanz Mannheims aus der Hose holte. Entgegen meiner ersten Befürchtung bildete er sich aber gar nichts darauf ein. Im Gegenteil: Wir trafen uns von da an ab und zu mal, denn er wohnte nur einen Block entfernt.

    Ich habe ihn dann auch immer wieder zum regelmäßig von mir und meinem Göttergatten veranstalteten Kaffeetrinken eingeladen. Er hat aber immer Ausreden gefunden, um nicht zu kommen. Vor zwei Jahren fragte ich ihn mal, ob er während meines Urlaubs einmal meine Pflanzen gießen könnte, was er auch gerne tat. Darüber hinaus bin ich ihm noch ein, zweimal im Supermarkt um die Ecke beim Einkaufen über den Weg gelaufen.

    Im letzen Jahr hat er sich dann online immer rarer gemacht. Einmal meinte er, es ginge ihm nicht so gut. Irgendwann gab ich dann auf, ihn anzuchatten, da er sowieso kaum noch antwortete.

    Im Herbst letzten Jahres chattete mich dann jemand auf den blauen Seiten an, da ich in R.s Profil als persönlich bekannt verlinkt war, und fragte mich, ob ich irgendetwas über ihn wisse. Er sei verstorben, aber niemand wisse etwas Näheres. Von der Dringlichkeit der Fragen vermutete ich, dass es sich vielleicht um R.s Ex handeln könnte.

    Ich war über die Todesnachricht sehr geschockt, wusste aber auch nichts Weiteres.

    Vorgestern nun chattete mich jemand auf Grindr an, der einfach neugierig war, wo ich denn wohne, da ich immer so ganz in der Nähe online sei. Es stellte sich heraus, dass er im gleichen Block wie R. wohnte, und da fragte ich ihn einfach, ob er ihn gekannt habe. "Wieso gekannt?", fragte er zurück, und ich schilderte kurz das Wenige was ich wusste. Nun war er völlig geschockt, denn er wohnt wohl sogar im gleichen Haus, kannte R. allerdings nur vom Sehen. Er wollte aber auf jeden Fall schauen, ob er noch irgendetwas rausfinden könne.

    Gestern Abend dann die traurige Gewissheit: Er hat den Hausmeister gesprochen, und der hat ihm bestätigt, dass R. tot in seinem Bett aufgefunden worden sei, und das erst nach mehreren Tagen.

    So kurz und wenig intensiv ich dich gekannt habe: Du wirst mir - und hoffentlich nicht nur mir - fehlen!René Kittlaus

  • Vielleicht ...

    ... ist es jetzt etwas spät, um noch über das Wochenende in Antwerpen zu schreiben, aber ich brauche gerade mal etwas geistiges Gassigehen.

    Freitag Früh fuhren wir nach einem gemütlichen Frühstück zu Hause los nach Belgien. Es war sehr gut zu fahren, und so kamen wir mit einer kurzen Mittagspause gegen 2 Uhr Nachmittags in Antwerpen an. Da das Holiday Inn Express als offizielles Hotel des Belgium Leather Pride längst ausgebucht war, als wir uns entschlossen hatten, hin zu fahren, waren wir diesmal im Best Western Docklands. Gerade über die Straße, und damit auch nicht viel weiter weg vom "Boots" als das Holiday Inn, und außerdem mit einer Menge kostenloser Parkplätze auf der Straße. Das Hotel ist sehr angenehm - gerne wieder!

    Draußen war sonniges und für Mitte Februar erstaunlich warmes Wetter, und so zogen wir gleich los in die Stadt. Natürlich zu Fuß. Erster Stop war der neue "Mr.B Flagship Store", wo ich mal wieder einen Liter flüssiges Silikon kaufte. Sonst haben wir ja alles... Neben der Ladentheke steht übrigens ein Terrarium mit einer Python. Schlangenphobiker sollten sich also überlegen, ob sie sich da rein wagen!

    Im "Caffé Mundi" gabs anschließend Kaffee und Kuchen, und natürlich nahmen wir wieder ein Pfund "House Blend" in ganzen Bohnen mit - unser bevorzugter Lieblingskaffee!

    Bis zur Dämmerung schlenderten wir durch die Stadt, und futterten dann mangels großen Hungers auf dem Rückweg ein paar Fritten im "Frittkotje". Dort quatschte uns ein netter "Live Performer" aus Tel Aviv (Jonathan Agassi) an und lud uns ein, abends seine Live Show bei den Darklands anzusehen.

    Spät abends gingen wir dann ins "Boots". Die großen Parties und die "Darklands" sind ja nicht so unser Ding. Und im "Boots" weiß man, was man hat! Letztes mal hatte ich dort allerdings den "Hauptgewinn" gezogen, und dagegen war es diesmal nur ganz ordentlich, dort.

    Samstag Vormittag war das Wetter leider nicht mehr ganz so frühlingshaft wie Freitag. Nach dem Frühstück im Hotel wanderten wir an der Italiëlei entlang Richtung Meir, nicht ohne auf dem Weg in der Chocolaterie Bastin ein paar Pralinen zu kaufen. Dann die Fußgängerzone runter, window shopping. Ein Kaffee im Grand Bazar, runter an die Schelde, dann durch die Atiquitätenmeile in der Südstadt. Sehr leckeres spätes Mittagessen in "Nouv'eau Tabl'eau".

    Die Leather Pride-Hauptveranstaltung am Nachmittag in den "Darklands" schenkten wir uns, gingen dafür abends nochmal im "Het Elfde Gebod" schön essen.

    Abends dann nochmal ins "Boots", mit "Spielsachen". War wieder sehr nett ...

    Sonntag Morgen nach dem Frühstück setzen wir uns ins Auto und fuhren sehr zügig zurück nach Mannheim. Bis in den Hunsrück war's sonnig, leider war es im Rheintal dann neblig und trüb.

    Mal sehen wann es uns das nächste Mal wieder nach Antwerpen zieht! Erst mal wieder Berlin...

  • Veranstaltungstipp: "Homo Phober" im Theater Oliv

    18. / 20. / 26. Februar 2015

    Mehr Info: http://www.theateroliv.de/repertoire-homo-phober.htm

  • 666 feet under

    Heute Morgen musste ich um sechs Uhr aufstehen, um rechtzeitig um halbneun bei meinen Eltern zu sein, denn um zehn war die Beerdigung meiner Tante. Meine Mutter kann mehr als fünf Meter nur noch im Rollstuhl zurücklegen, mein Vater nur noch mit Rolator - oder, als Rolatorersatz, den Rollstuhl vor sich her schieben. Also packte ich Papa in seine Winterjacke, Mamas Rollstuhl und Gehhilfen in den Kofferraum, und dann fuhren wir durch den Schnee, der da oben lag, über den Welzheimer Wald, durchs Remstal, über den Schurwald nach Esslingen.

    Meine Tante war Anfang der Woche kurz nach ihrem 90. Geburtstag verstorben. Sie hatte - ohne direkte Nachkommen - die letzten Jahre im Altersheim vor sich hingedämmert, war aber auch vorher nie ein besonders soziales Wesen gewesen. Ich erinnere mich schemenhaft an ein oder zwei Besuche bei ihr in meiner frühen Kindheit. Sie konnte mit Kindern wenig anfangen (was ich gut verstehen kann), und dann schlossen ihr Mann und sie sich einer reichlich dubiosen freikirchlichen Bewegung an, und wurden immer eigenbrötlerischer. Ihr Mann war schon vor über 20 Jahren gestorben, und von da an wurde sie noch wunderlicher. Kurzum, sie war kein Mensch, den man gern besucht hätte. Ich habe sie daher zuletzt vor mehr als fünf Jahren zuletzt gesehen.

    Zur Trauerfeier erschienen folglich auch nur acht Personen, plus ein Prediger ihrer Freikirche. Das Wetter auf dem Friedhof in Esslingen war sonnig, aber nur knapp über dem Gefrierpunkt. In seiner Trauerpredigt betete der Laienpastor so ziemlich jeden Bibelvers, der sich mit Tod und Auferstehung befasst, herunter. Weniger wäre bestimmt mehr gewesen. Kurz bevor ich anfing, demonstrativ mit den Augen zu rollen, kam er zum Schluss, man sang noch "So nimm denn meine Hände", und zog, schob, rollte oder schlidderte zur Sargversenkung zum offenen Grab.

    Anschließend gab es, der alten Tradition folgend, noch Kaffee, Hefezopf und Brezeln im Seniorenstift neben dem Friedhof. Wie das Schicksal so wollte, kam ich neben dem Pastor zu sitzen, der prompt, nach wenigen allgemeinen Höflichkeiten einen erfolglosen Missionierungsversuch startete. Zum Glück akzeptierte er meine Bitte, das zu lassen.

    Ich sollte mir allerdings ein Pentagramm-Amulett besorgen, das ich mir für solche Gelegenheiten um den Hals hängen kann, um mich als Satanist auszugeben, und im Gegenzug zu versuchen, solche Leute für den Herrn der Finsternis zu gewinnen ...

  • Der Bart des Tages - diesmal aufblasbar!

    Bart

  • etc. pp.

    Da bekam ich nun also Besuch aus Birmingham. Zum Glück fehlte ihm allerdings, wie so vielen Bottoms, ein Fläschen des Zeugs, das in Deutschland wenn überhaupt, dann nur als "Lederreiniger" ("Videokopfreiniger" nimmt einem heute ja niemand mehr ab ...) verkauft wird. In den Niederlanden und UK kriegt man das Zeug dagegen inzwischen schon am Kiosk und im Supermarkt. Da es jedoch leicht entzündlich ist, kann man es eben leider nicht im Flugzeug mitnehmen.

    Mein Besuch hatte schon auf dem Weg vom Bahnhof zu mir in zwei einschlägigen Shops - einer homo, einer hetero - versucht, was zu kaufen, ohne Erfolg: "Haben wir nicht! Müssen Sie im Ausland kaufen oder bestellen!". Da ich selbst diese Art von room odorizer nicht brauche, hatte ich auch keine Ahnung, dass er so schwierig zu bekommen ist.

    Und so zogen wir nach einer kurzen Anfrage bei Frau Google in dieser milden Januarnacht durch Mannheim, auf der Suche nach Ihrwisstschonwas. Wir versuchten es zunächst in den I-Quadraten, und ich war sehr überrascht und erfreut, dort einen sehr guten Bekannten vorzufinden, den ich auch ohne um den heißen C5H11NO2-Brei herumreden zu müssen fragen konnte: "Habt ihr das?" Die Antwort war so unerfreulich ("Nein!") wie hilfreich ("Aber drüben ('iwwer di Brigg') kriegt ihr das!").

    Hätten draußen -10°C statt +10°C geherrscht, dann hätten wir uns das sicher gut überlegt, aber so machten wir einen stark erweiterten Abendspaziergang in die Neckarstadt, wo wir artig nach Lederreiniger fragten...

    Wieder um einen mentalen "Mannheim: Wer liefert was?"-Eintrag reicher, schlenderten wir vergnügt zurück nach Hause.

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